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Lebensmittelkarten für Januar und Februar 1950.
Im Zweiten Weltkrieg wurden in Deutschland am 28. August 1939, vier Tage vor Kriegsbeginn, Lebensmittelmarken und Bezugsscheine für Benzin ausgegeben.
Wenig später folgte die Reichskleidermarke. Die Gueterknappheit im Krieg
erzwang eine laengere Periode ihrer Verwendung im taeglichen Leben.
Lebensmittelkarten berechtigten zum Empfang, aber nur in soweit,
als Waren zur Verfuegung standen. Sie stellten also keine Garantie dar.
Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges gaben die Alliierten
Besatzungsmaechte ab Mai 1945 in ihren jeweiligen Sektoren neue
Lebensmittelkarten aus, die entsprechend der Schwere der Arbeit in
Verbrauchergruppen (Kategorien) von I bis V eingestuft wurden.
Die dafür ausgegebenen Rationen an Brot, Fleisch, Fett, Zucker, Kartoffeln, Salz, Bohnenkaffee, Kaffe-Ersatz
und echtem Tee wurden entsprechend den Moeglichkeiten festgelegt.
Durch oeffentliche Aushaenge wurden an den Wochenenden die für die
jeweils naechste Woche kaeuflichen Waren aufgerufen.
Schwerkranke, die einen hoeheren Kalorienbedarf hatten, bekamen auf aerztliche
Anweisung eine Schwerarbeiterzulage, die eigentlich nur koerperlich schwer
arbeitenden Menschen zustand. In den Jahren 1948 und 1949 wurden die
Mengen schrittweise erhoeht.
Man erhielt rationierte Lebensmittel in den Geschaeften und Gaststaeten nur,
wenn man die entsprechenden Lebensmittelkartenabschnitte, die Marken,
abgeben konnte (und zusaetzlich natuerlich die vom Haendler geforderte
Summe bezahlte). Die Marken waren nach einzelnen Lebensmitteln aufgeteilt;
beispielsweise konnte man mit Brotmarken nur Brot erwerben, aber mit Fleischmarken auch Fisch.
Oft wurde mit Lebensmittelmarken daher auf dem Schwarzmarkt Tauschhandel
betrieben. Gaststaetten gaben auf der Speisekarte an, wie viel Marken welcher Art für das
jeweilige Gericht vom Gast abzugeben waren.
Quelle: Marken: Kaete Salewski, Text: http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensmittelmarke.
Beispiele fuer Lebensmittelzuteilungen:
Tagesration 1947 und Lebensmittelmarke: 350 g Brot, 5 g Butter, 14 g Fleisch, 43 g Gemüse, 52 g Käse, 2 Kartoffeln,
1/8 l Magermilch. Quelle: www.volksbund.de.
Tagesration für ein Grundschulkind:
drei Scheiben Brot, ein Teelöffel Marmelade, eine Gabelspitze Fleisch, 6,6 g Kunsthonig,
5,7 g Rohrzucker, 8,3 g Grieß, 8,2 g Fett. Quelle: www.volksbund.de.
Die westlichen Siegermächte versprachen den Deutschen
zunächst einmal 1550 Kalorien pro Tag, im Osten waren es 1500.
Tatsächlich sanken die Zuteilungen für den Normalbürger zeitweise
unter 1000 Kalorien, in Köln waren es im April 1947 gar
nur 737. Quelle: www.volksbund.de.
Die Materialien des Volksbundes schildern eindruecklich die Situation nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Sie koennen zum grossen Teil vom Internet herunter geladen werden.
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